Nicht nur das hohe Mietniveau in den Städten, zunehmend auch das Bedürfnis, in einer Art „Interessengemeinschaft“ zu leben, lässt viele über das Leben in einer Wohngemeinschaft nachdenken. Dabei steigt die Zahl der WG’s mit älteren Bewohnern. Hier spielt sicher die soziale Komponente des „Miteinander“, des gegenseitig helfen eine größere Rolle als monetäre Gründe.

 

Welche Form der WG?

 

Mitbewohner sind in der Regel schnell gefunden. Doch vorher sollten Sie sich ein paar Fragen stellen: Handelt es sich um eine „Zweckgemeinschaft“ oder eine „Freundschafts-WG“? Dies heißt nicht, dass sich aus vielen Zweckgemeinschaften nicht auch Freundschaften entwickelt hätten (nicht selten aber auch das Gegenteil). Die Zielsetzung ist eben nur eine andere. Während man bei einer Freundschafts-WG ja auch darauf aus ist, gemeinsame Tätigkeiten (das häufigste Beispiel ist immer das gemeinsame Kochen) zu finden, dient eine Zweckgemeinschaft – wie der Name schon sagt – lediglich dem Zweck, eine bezahlbar Bleibe über dem Kopf zu haben. WG-erfahrene Mieter raten indes in beiden Fällen, klare Abgrenzungen und Aufgabezuteilungen vorzunehmen. Der meiste Streit in Wohngemeinschaften entsteht durch die tägliche Umgangsart untereinander. Da kann die wiederholt stehengebliebene Kaffeetasse schon einmal ein Erdbeben auslösen.

 

Die Auswahl der Mitbewohner

 

Damit das WG-Leben möglichst harmonisch verläuft, sollte man bei der Auswahl der Mitbewohner sehr bedacht vorgehen. Sollte die WG bereits aus mehreren Bewohnern bestehen, müssen unbedingt alle in den Prozess eingebunden werden. Dabei gilt, dass eine gar zu breite Altersspanne in der Regel problematisch ist (Mehrgenerationenmodelle ausgenommen). Auch sollte man schauen, zumindest dann, wenn die räumliche Situation eher als beengt umschrieben werden kann, dass die Lebensgewohnheiten in eine ähnliche Richtung laufen. Wer früh aufstehen muss, dürfte nach einiger Zeit ziemlich genervt sein, wenn im Nachbarzimmer und gemeinsamen Wohnbereich jede Nacht Partys gefeiert werden. Sprechen bei neuen Mitbewohnern bewusst und offen das Thema Ordnung und Sauberkeit an. Unterschiedliche Vorstellungen hierzu führen in der Regel sehr schnell zu Streitigkeiten. Last but least sollten Sie abwägen, ob sie eine gemischte WG vorziehen oder eine reine Frauen- oder Männer-WG. Beide Varianten bringen Vor- und Nachteile mit sich.

 

Wer wird Mieter?

 

Zunächst einmal gilt, dass bei Mietwohnungen immer der Vermieter gefragt werden muss, ob er die Nutzung der Wohnung oder des Hauses zu WG-Zwecken zulässt. Hat er dem zugestimmt empfiehlt es sich, einen Hauptmieter zu benennen, der mit den anderen Bewohnern einen Untermietvertrag abschließt. Dem Vermieter muss in diesem Fall lediglich bekannt sein, wie viele Bewohner ständig in der Immobilie leben (schon alleine wegen der verbrauchsbedingten Nebenkosten). Der Vorteil ist: Dem Vermieter muss nicht jeder neuen Bewohner „vorgestellt“ werden (die Interessen liegen hier nicht selten recht weit auseinander). Der Nachteil besteht darin, dass der Hauptmieter gegenüber dem Vermieter haftet. Der Untermietvertrag sollte daher diesem Risiko Rechnung tragen.

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